Verorfung im Kleinformat

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Update am Ende des Beitrages.

Jösses!

Da haben wahrscheinlich als biedere Konservative getarnte, fremdenfeindliche Rechtspopulisten, also Einheimische, die, erbsündebedingt, ohnehin alles Nazis sind, einen feigen Sprengstoffanschlag auf ein vorarlberger Einwandererwohnheim gemacht!
Sprengstoff deshalb, weil die Wortmächtigen der Journalistenzunft von einer Detonation schreiben, die sich unter einer Parkbank ereignete. Diese Bank steht (noch immer! Trotz Detonation!) vor dem Heim auf der Seite, wo auch das Büro der „Flüchtlings“betreuer befindet. Wäre es ein pyrotechnischer Artikel gewesen, der da hopp ging, dann müsste man von einer Explosion sprechen.

Im Beitrag des orf ist aber von einem „Böller“,  einem pyrotechnischen Artikel die Rede.
Ein Knallfrosch, der – je nach Bauart und Größe – sehr laut explodieren kann.
Dass mit so einem Ding sogar drei Fensterscheiben zu Bruch gehen können, ist kaum vorstellbar.
Dass damit doppeltverglaste Fenster zerstört werden, ist noch unwahrscheinlicher.
Von Doppelverglasung kann man hier getrost ausgehen. Doppelverglasung ist heute Standard und besonders für „Flüchtlings“heime ist das Beste gerade gut genug.
Dafür hätte man einen sehr großen Knallfrosch gebraucht, um eine derart starke Druckwelle zu erzeugen.

Parkbank
Die unbeschädigte Parkbank vor zwei zerbrochenen Fenstern

Aber gehen wir kurz davon aus, dass es einen Knallfrosch gab, der groß und stark genug war, diese Schäden hervorzurufen.
So ein „Böller“ musste dann aber unmittelbar ganz nahe an der Hauswand platziert werden. Die Parkbank stand, wie wir wissen über dem Knallfrosch.
diese Bank stand der Druckwelle nach oben im Weg, verminderte diese. Also müssen wir noch einen größeren Knallfrosch als gegeben annehmen.
Somit stellen sich folgende Fragen:

  • Die Wucht der „Detonation“ war stark genug, um drei Fensterscheiben zu zertrümmern, aber zu schwach, um die Parkbank zu beschädigen?
  • Die Wucht der „Detonation“ war stark genug, um drei Fensterscheiben zu zertrümmern, aber am Boden sind keine Spuren der „Detonation“ zu sehen?
  • Die Wucht der „Detonation“ war stark genug, um drei Fensterscheiben zu zertrümmern, aber die Hauswand weist keinerlei Schmauchspuren auf?

Alles ist möglich. Ich hab auch schon Pferde kotzen gesehen.

Doch anstatt sich mit physikalischen Unwahrscheinlichkeiten auseinanderzusetzen, könnte man es sich als Journalist einfacher machen und ausnahmsweise Mal recherchieren:

  • Vielleicht sollte man nachschauen, ob gestern Nacht im Büro der „Flüchtlings“betreuer nicht vielleicht ein geselliges Beisammensein stattfand.
  • Vielleicht sollte man nachschauen, ob alle „Flüchtlings“betreuer ein Alibi für gestern Nacht vorweisen können.
  • Vielleicht sollte man sicherstellen, ob die Glassplitter alle nach innen gefallen sind.
  • Ein guter Forensiker könnte anhand der Glasscherben auch recht einfach feststellen, ob die Scheibe tatsächlich durch einen breitflächigen Überdruck zu Bruch ging…

Ach, hier der Link zum Originalbeitrag.

Update:

Der für Propagandazwecke eher schwachbrüstige Artikel wurde vom orf mittlerweile aufgepeppt. Die Polizei stellte freundlicherweise auch ein Foto der Spurensicherung zur Vefügung.

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Jetzt wird die Sache schon interessanter.

Auf diesem Foto sieht man ein paar Fetzen herumliegen; wahrscheinlich sind das die Reste des Knallfrosches. Eigenartig ist, dass immer noch behauptet wird, die „Detonation“  hätte unter der Bank stattgefunden, obwohl sich die dafür charakteristischen Schmauchspuren ganz eindeutig auf der Parkbank finden. Wäre der Böller auf der Bank explodiert, würde das auch erklären, warum die Bank nicht beschädigt wurde.

Auch sieht man die Beschädigung der Fenster recht gut. Ob der Bruchverlauf von Überdruck zeugt oder ob ein Steinwurf dasselbe Schadensbild verursacht?

Eines aber mutet seltsam an: Forensiker bewegen nichts, bevor nicht sämtliche Spuren gesichert und dokumentiert wurden. Das Polizeifoto stammt aus der forensischen Dokumentation. Also wurde die Bank nicht verschoben.

Und jetzt schaut euch nochmals den Abstand der Parkbank zur Hausmauer an!  Das ist mindestens ein Meter. Mit einem „Böller“ kann man unmöglich auf diese Entfernung einen derartigen Schaden anrichten, wenn zudem auch noch diese Bank der Druckwelle im Weg steht!

Fast hätt‘ ich drauf vergessen: die üblichen Empörungs-Wortspenden treffen mittlerweile auch ein. Bin gespannt, wann der Knallfrosch zum Anschlag mutiert…

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