Wahltag – Schicksalstag

n_klDen Überblick über die politische Landschaft Österreichs halte ich bewusst kurz und einfach.
Genau genommen stimmt diese Aussage nicht wirklich. Ob der Beitrag wirklich kurz wird, kann ich, jetzt, am Anfang des Beitrages, noch nicht sagen. Die Aussage, dass ich etwas bewusst einfach, etwas recht simpel darstelle, ist den Klugscheissern unter meinen Lesern geschuldet. „Das stimmt jetzt aber nicht“, höre ich sie sagen – „das ist übersimplifiziert. In Wirklichkeit liegen die Dinge anders.“
Wer will sich schon als blauäugig, naiv oder gar ignorant bezeichnen Lassen?
Also mache ich es wie der Zwerg Gimli aus dem Epos „Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien, der vom viel zu großen Ross fällt, und „Das war Absicht!“ ruft, um sich nicht zu blamieren.
Nur rufe ich es schon vorher. Für alle Fälle.
Das politisch Simple kommt eben aus mir selbst. Bin ich halt ein Simpel.
So what.

Zur österreichischen Parteienlandschaft.
Wir haben also:

  • Die österreichische Volkspartei (ÖVP, die Schwarzen)
  • Die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ, die Roten)
  • Die Grünen
  • Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ, die Blauen)

 

Die ÖVP gilt als Partei der Bürger, Bauern und der Wirtschaftstreibenden. Sie hat eine lange Tradition der Verbundenheit mit der katholischen Kirche.
Die SPÖ gilt als Partei der Arbeiter und als Beglücker der Werktätigen mit sozialen Zuwendungen. Eine eventuelle Religiosität der Anhänger spiegelt sich nicht im Erscheinungsbild der Partei.
Die Grünen gelten als Partei der jungen Akademiker und als Heimat der ehemals wilden 68er. Sie vertreten ökologische und soziale Themen, wobei sich das soziale Engagement hauptsächlich auf Ausländer beschränkt. Religiöse Themen existieren keine in dieser Partei.
Die FPÖ wird von den Mainstreammedien bisweilen als „rechtsextrem“ dargestellt, weil sie sich gegen jeden Werteverfall stellt, der ihre wichtigsten Themen berührt: Volk, Heimat und Familie. Ohne mit einer der großen, christlichen Kirchen verbandelt zu sein, vertritt die FPÖ fundamentalchristliche Werte.

Die beiden Großparteien ÖVP und SPÖ waren einander in der Zeit der Ersten Republik spinnefeind.
Die Gegensätze waren so tiefgreifend, die polarisierung der Gesellschaft derart unüberbrückbar, dass es im Februar 1934 in Österreich zum Bürgerkrieg kam. Diese Ereignisse hinterließen in der österreichischen Volksseele tiefe Narben, die sich bis in die Gegenwart auswirken.
Als die Zeit des Wiederaufbaues nach dem zweiten Weltkrieg vorüber war, hatten diese beiden Parteien ihre einstige Macht erneut erlangt.
Von 1949 bis 1983 regierten sie stets in Koalition, manchal auch alleine. In dieser Zeit entstand in Österreich ein ausgeprägtes Proporzsystem, in dem wichtige, staatliche Funktionen bis hinab in kleinere Ämter unter den beiden Parteien aufgeteilt wurden. Um Karriere im öffentlichen Dienst machen zu können, war das „richtige“ Parteibuch für die jeweilig angestrebte Stellung unabdingbar.
Von 1983 bis heute gab es vier Koalitionsregierungen mit der FPÖ (2x SPÖ – FPÖ, 2x ÖVP – FPÖ), die restlichen Legislaturperioden waren rot-schwarz.

In diesen Jahren veränderten sich die einzelnen Parteien zum Teil sehr drastisch und präsentieren sich heute so:

Die ÖVP präsentiert sich als die Partei des Mittelstandes, gibt sich volksnah, vertritt mittlerweile aber ausschließlich die Interessen der Wirtschaft – allerdings nicht die der Familienunternehmen und Kleinbetriebe, sondern die der multinationalen Konzerne. Deshalb spielt diese Partei ein doppeltes Spiel, wenn es um die ungebremste Zuwanderung von fremden Billigarbeitern geht. Bei Bedarf wettert sie gegen „die Asylantenflut“, öffnet aber hinterrücks alle Tore, damit der Zustrom an Lohnsklaven für die Wirtschaft nicht abreisst. Obwohl unter der Regierungsbeteiligung der ÖVP ein unglaubliches Bauernsterben einsetzte, das bis heute fortdauert, lassen sich die Bauern von trachttragenden ÖVP-Politikern über den Tisch ziehen. Ein Teil der Bürgerlichen, der Großteil der Bauern und die pensionierten Stammwähler sind der Fundus, aus dem die ÖVP heute ihre Stimmen schöpft. Diese Partei stagniert zusehends und ist auf dem Weg zur Kleinpartei.

Die SPÖ präsentiert sich als die Partei der Arbeiter, doch hat sie die Interessen dieser Berufsgruppe schon lange nicht mehr im Blick. Betrachtet man das letzte Jahrzehnt sozialdemokratischer Regierungsarbeit, ist diese Abkehr vom Arbeiter deutlich zu erkennen. Mittlerweile kann man die SPÖ als den linken Ableger der ÖVP betrachten. Das Kader der SPÖ rekrutiert sich zunehmend aus Zeitgenossen, die „Politik einmal versuchen“ wollen und nicht mehr viel zu verlieren haben. Kein Wunder also, dass die Sozialdemokraten in den letzten Jahren deutlich geschrumpft und eigentlich schon zur Kleinpartei geworden sind. Eine Handvoll Stammwähler und politische Glücksritter werden diese Partei nicht über Wasser halten können.

Die Grünen präsentierten sich vor vielen Jahren als Umweltpartei, als Interessensvertretung einer ökologischen Bewegung. Mittlerweile hat sich das Betätigungsfeld dieser Partei ausschließlich auf tagesaktuelle Themen verschoben, die mit Zuwanderung und Gender Mainstream zu tun haben. Die Grünen sind heute eine Pro-Asyl-Partei mit ökologischem Charakter, ein Hort des Gutmenschentums und der Belehrsamkeit mit vielen Anknüpfungspunkten zur Antifa, deren Sprecher sie geworden sind. Die Grünen sind hauptsächlich in den Ballungsgebieten stark vertreten, besonders in Universitätsstädten. Ihre Wählerschaft besteht hauptsächlich aus Alt-68ern und Studenten. Die Studenten sind es auch, die die Partei in Schwung halten und für Nachwuchs sorgen. Die Grünen sind klar im Aufschwung und werden in absehbarer Zeit die SPÖ überholt haben.

Die FPÖ präsentiert sich als wertekonservative Partei im besten Sinne des Wortes. Sie dreht ihren Mantel nicht in den Wind, weshalb sie in den Zuwachsraten über viele Jahre hinweg dahindümpelte.
Jetzt, da viele Menschen aufwachen und die schädlichen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte deutlich merken, bietet diese Parte eine Zuflucht für alle, die sich nach einer guten, alten Zeit zurücksehnen, die es noch vor zwanzig Jahren gab. Diese Partei verspricht Heimatverbundenheit, echte Volksnähe und eine Familienorientierte Politik. Interessant ist auch, dass diese Partei gegen den Widerstand der Sozialdemokraten etliche soziale Verbesserungen durchsetzte und auch die Interessen der Arbeiter vermehrt vertritt. Die Freiheitlichen sind somit auch zur einzigen sozialen Arbeiterpartei Österreichs geworden, nachdem die Arbeiter von den Sozialdemokraten (wieder einmal) verraten wurden. Die Wählerschaft der FPÖ ist sehr breit gefächert und geht quer durch alle Bevölkerungsschichten.
Positive Grundwerte, gepaart mit einer breiten Aufstellung im Volk und der wachsenden Unzufriedenheit der Wähler mit dem alten System verhalfen den Freiheitlichen in den letzten Jahren zu einem kometenhaften Aufstieg.

Zur heutigen Bundespräsidenten-Stichwahl:

Erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik treffen bei einer Bundespräsdentenwahl zwei Kandidaten aufeinander, die keiner der beiden Blockparteien (SPÖVP) angehören.
Allein diese Tatsache zeigt deutlich auf, wie unzufrieden die Österreicher mit den Zuständen im Land sind, die der Regierungsmalaise der Blockparteien geschuldet sind.

Alexander Van der Bellen ist der Kandidat der Grünen, obwohl er sich als unabhängiger Kandidat zu präsentieren versuchte. Als ehemaliger Parteiobmann der Grünen vertritt er deren Ideale und Zielsetzungen. Die Zeit zwischen dem ersten Wahlgang und der heutigen Stichwahl verbrachten seine Anhänger damit, einerseits Herrn Hofer zu diskreditieren (was ihnen deutlich misslang) und andererseits viele Unentschlossene zur Wahl zu bewegen.

Norbert Hofer ist ein in der allgemeinen Wahrnehmung unbeschriebenes Blatt. Seine Aussagen wiesen auf Geradlinigkeit, Konsequenz und auf Liebe zum Volk, Heimat und Familie.
Diese Begriffe sind heute, nach jahrzehntelanger, medialer Gehirnwäsche verpönt, obwohl es genau diese Werte sind, die uns als Volksgemeinschaft einzig das Überleben sichern.
Viele Zeitgenossen sind der Meinung, dass Hofer wohl gute Ansichten habe, er aber nicht zu wählen sei, da er „der falschen Partei“ angehöre.

Österreicher, die heute zur Wahl gehen, sollten sich eine einzige Frage stellen:

Will ich, das alles nicht bloß so weitergeht, wie bisher – sondern sogar noch schlimmer wird?

Wenn ja, dann wählen sie bitte unbedingt Herrn Van der Bellen.

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