„Bösartige Kleinbürger“ aus Österreich

„Bösartige Kleinbürger“ aus Österreich: Der richtige Mann ist eine Memme

Jetzt.de ist ein Partner der Süddeutschen Zeitung, so steht es auf der Seite selbst. Aus dem Impressum geht hervor: Jetzt.de ist ein Teil der Süddeutschen Zeitung. Das lässt wenig Gutes erwarten Vor allem, wenn es auf Jetzt.de einen Beitrag zu den Wahlen zum Bundespräsidenten in Österreich gibt.

Wir sind ja einiges gewöhnt aus deutschen Medien, aber die Schimpftirade, die ein Interview sein soll, das Jetzt.de mit Bernhard Heinzlmaier geführt hat, sie übertrifft alles. Heinzlmaier wird von Jetzt.de als Soziologe und als Vorsitzender des Instituts für Jugendkulturforschung in Wien dargestellt. Was in diesem Institut geforscht wird, vor allem mit welcher Intention dort geforscht wird, man kann es sich nach diesem Interview gut vorstellen und sicher sein: Mit Wissenschaft hat es nichts zu tun.

Wissenschaft besteht aus belastbaren Aussagen, also aus Aussagen, die über die Wirklichkeit aufgestellt, an dieser geprüft und an dieser scheitern können. Wissenschaft besteht nicht aus wilden Behauptungen, die man aufstellt, weil man anderen die eigene Meinung wie ein Heinzelmann als gute Tat unterschieben will.

Das vorweg, nun einige Interviewpassagen ungekürzt. Der originäre Heinzlmaier:

  1. “Bei der bildungsfernen Hälfte, den Prekären, den schlecht Integrierten, beobachten wir die Rohheit des ungebildeten Mannes …, der in Feindbildern denkt und von inhumaner Macht angezogen wird.“
  2. “Schwäche sucht meist nach Stärke. Vorgeblich starke Männer wie Hofer oder Strache und ihre markige Rhetorik sind attraktiv für schwache junge Männer.“
  3. “… die demokratisch nicht gebildeten, nicht zur Demokratie erzogenen Schichten wie diese jungen Männer, die wollen keine Kompromisse, wollten nie Kompromisse. Die wollen sich durchsetzen … Diese Rücksichtslosigkeit wird wieder gesellschaftsfähig, zum Beispiel auch mit dem Neoliberalismus der Wirtschaft … in einer Zeit der Erbarmungslosigkeit“.
  4. “Der Großteil [der Rechten und Wähler von Hofer] sind bösartige Kleinbürger. … Dieser Kleinbürger ist egoistisch und freut sich, wenn andere leiden, denn das wertet seine mäßige Situation auf“.
  5. “Der ungebildete Mann sieht sich als Opfer der Verhältnisse, weil er nicht mehr machen kann, was er will … Das irritiert die verblödeten Männer“.
  6. “Frauen werden eher zu sozialer Empathie erzogen. Sie haben zudem einen realistischeren Blick auf die Welt. Während der Mann für alles einen Feind sucht, der an seinem Elend schuld ist, kann die Frau ihr eigenes Verschulden besser einordnen“.

Nach so viel Unsinn, muss man erst einmal tief Luft holen. Es ist wohl angemessen festzustellen, dass Bernhard Heinzlmaier von sich denkt, er sei kein „unzivilisierter Mann“, auch kein „bösartiger Kleinbürger“, keiner, der „von inhumaner Macht“ angezogen wird und niemand, der sich als „Opfer der Verhältnisse“ sieht und ob er ein nach seiner Sprache „verblödeter Mann“ ist, der irritiert darauf reagiert, dass Männer sich so ganz anders verhalten als er, das ist eine Frage, die jeder für sich beantworten muss.

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HeinzelmaierWir können hier feststellen, dass Bernhard Heinzelmann, nein Heinzlmaier eines nicht ist: Wissenschaftler. Der Magister Heinzlmaier vom Wiener Institut für Jugendforschung, das behauptet, überparteilich zu sein und weitgehend am Tropf staatlicher Institutionen hängt, er hat offensichtlich nicht die Spur einer Ahnung von Wissenschaft, sonst würde er Begriffe wie „bösartige Kleinbürger“ oder Unfug wie: „Schwäche sucht meist Stärke“ nicht in den Mund nehmen, wohlwissend, dass er die Bewertung von Kleinbürgern als „bösartig“ nicht belegen kann und den Unfug der Schwäche, die die Stärke sucht auch nicht. Wozu also Unfug wie diesen behaupten, wozu wild beleidigend in Jetzt.de eingehen?

Nehmen wir Heinzlmaier beim Wort und betrachten seine Aussagen, die er über die „Rohheit des ungebildeten Mannes“ macht, als seine Projektion, als sein Feindbild, sein Bild eines Mannes, der er nie sein wird und wie wir von ihm wissen, sucht „der Mann für alles einen Feind“. Halten wir Heinzlmaier zugute, dass er ein Mann und kein Maier ist, dann hat er gerade eine Aussage über sich gemacht: Er sucht einen Feind, und er hat ihn gefunden, in all dem, was dem Magister Heinzlmaier fremd ist.

In Reihenfolge von Heinzlmaier unplugged, ergibt das folgendes Bild:

  1. Er, der sich in Bildungsnähe, nicht in Bildungsferne wähnt, er hat Angst vor der Kraft, die man gewöhnlich mit Männlichkeit assoziiert, sie gilt ihm als „Rohheit des ungebildeten Mannes“, denn der gebildete Mann, also er, hat sich von Rohheit entfernt, käme nicht im Traum auf die Idee, seine Fäuste zu benutzen. Dazu ist er zu zivilisiert oder wie es der ungebildete rohe Mann ausdrücken würde, zu feige. Nein, der zivilisierte Mann, er ist ein feminisierter Mann, der sich von seiner Rohheit geläutert hat, der seine Stimme nie erhebt, den man Mühe hat, zu verstehen, so leise spricht er, ein Mann der (siehe Punkt 6), der seine fehlende Erziehung zu Empathie nachgeholt hat und nun mit den ihm überlegenen Frauen um die gleiche Stufe streitet. Weil seine Umwelt offensichtlich nicht sieht, dass Heinzlmaier sich zum zivilisierten unrohen (vermutlich gekochten) Mann gemausert hat, ist er irritiert und sucht ein Feindbild (weil ja „der Mann für alles einen Feind sucht“). Und entsprechend qualifiziert sich Heinzlmaier nach seiner eigenen Argumentation zum „verblödeten Mann“. Nun ja, er muss wissen, was er sagt.
  2. Irritiert, nach einem Feind suchend und vielleicht verblödet, wie er sich nun darstellt, ist der schwache Mann Heinzlmaier auf der Suche nach Stärke, denn Schwäche sucht Stärke, wie er weiß und er findet die Stärke ausgerechnet in der Rohheit des ungebildeten Mannes. Die unmittelbare Kraft des muskelbepackten Körpers, Gym gestählt, sie zieht den schwachen Heinzlmaier wohl magisch an.
  3. Ein Unding, denn Heinzlmaier ist ein zivilisierter unroher Mann, der sich (Punkt 3) nicht durchsetzen will. Die Erbarmunslosigkeit des Neoliberalismus, in dem man für Leistung entgolten wird und nicht für Zartgefühl, die Erbarmungslosigkeit, die den bildungsnahen Heinzlmaier ständig hinter öffentlichen Aufträgen herhecheln sieht, damit er seine Stelle finanzieren kann, sie macht ihn, wenn man seinen eigenen Aussagen Glauben schenken darf, zum Opfer der Verhältnisse (Punkt 5), und als solches wird er zum Tier, zum an Rohheit kaum mehr zu übertreffenden Expletivisten, zum in seinen Worten „bösartigen Kleinbürger“, der alles mit Schimpf belegt, was er nicht ist: unzivilisiert, roh, männlich, selbstbewusst, durchsetzungsfähig.
  4. Kein Wunder also, dass Heinzlmaier das Lamento der Schwachen anstimmt, jenes Lamento aus Kompromiss und Empathie: Empathie feiern muss nur, wer denkt, auf die Empathie anderer angewiesen zu sein. Für alle anderen ist Empathie eine Selbstverständlichkeit, die keiner Erwähnung wert ist. Kompromisslos den Kompromiss zur einzig denkbaren Einigungsform erheben, das muss nur derjenige, der befürchtet, sich im freien, im erbarmungslosen Wettbewerb der Ideen und Argumente nicht durchsetzen zu können, einer der Angst davor hat, sich mit anderen zu messen, im rohen Vergleich der Leistungsfähigkeit, im ungezügelten Spiel der Kräfte.
  5. Gehörte er, der Magister Heinzlmaier, doch nur zu den demokratisch Gebildeten, zu jenen Männern, die zur Demokratie erzogen wurden, er hätte sich seinen Schimpf und seine Schande ersparen können, wäre zum Kompromiss bereit, der darin besteht, andere Wählen zu lassen, was sie wählen wollen und die Wahl zu akzeptieren. Aber Heinzlmaier ist offensichtlich nicht demokratisch erzogen. Er hat keine Ahnung von Akzeptanz und Toleranz der Meinung anderer, sie ist ihm roh, ungeblidet, fremd. Er scheint zu inhumaner Anbiederung erzogen, zum Zwerg im Kreise derer, die er für so mächtig hält, dass er ihre Drecksarbeit für sie erledigt.

Nein, Bernhard Heinzlmaier ist kein roher Mann, aber ein zivilisierter Mann ist er auch nicht. Er ist ein expletiver Mann, der Angst vor anderen Männern zu haben scheint und sich nicht anders zu helfen zu wissen scheint, als sich einerseits bei Frauen, der für ihn überlegenen Lebensform, anzudienen und andererseits die Männer, die ihm Angst machen, zu beschimpfen. Gäbe es ihn als Heinzelmann, man müsste ihn im eigenen Garten stehen haben, als Abschreckung für jeden, der am Garten vorbeigeht, denn wann immer ein Passant am Garten vorbeigeht, sagt der Heinzelmann: „Bösartiger Kleinbürger!“.

P.S. Die Welt des Heinzlmaier, sie besteht aus der Geschlechter-Demokratie, die er als grüne Wohltat zu empfinden scheint, wie man seinen Ausführungen entnehmen muss. Wir haben eine jener differenzierten Meinungen grüner Gutmenschen aus dem Internet gesammelt, eine jener Meinungen, die Herbert Marcuse seine Ansicht vom eindimensionalen Mensch hätte überdenken lassen und vermutlich dazu geführt hätte, die eine Dimension auch noch fallen zu lassen. Es ist die Reaktion der Grünen Jugend in Deutschland, einer mit viel weiblicher Empathie und keiner männlichen Rohheit ausgestatten Gruppierung, die ganz im Sinne von Heinzlmaier ist:

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