Buntbacken.

„Negerkuss“ bestellt – gekündigt

Der Schokokuss hieß früher „Negerkuss“ oder „Mohrenkopf“ und manche Menschen haben sich immer noch nicht mit den neuen Begrifflichkeiten angefreundet. Ein Mitarbeiter eines Reisekonzerns muss deshalb um seinen Job bangen.

Weicher Schaumzucker auf einer Waffel, bedeckt von Schokolade oder einer Fettglasur – gemeinhin wird diese Süßigkeit als Schaum- oder Schokokuss verkauft. Älteren ist sie auch noch als Mohrenkopf oder Negerkuss geläufig. Die Begriffe sind rassistisch besetzt, deshalb verwendet man sie heute nicht mehr – schon gar nicht öffentlich, wie der Mitarbeiter eines Reisekonzerns erfahren musste. Den Mann aus dem mittleren Management hätte sein diskriminierender Sprachgebrauch fast den Job gekostet: Er hatte in der Kantine bei einer aus Kamerun stammenden Frau einen „Negerkuss“ bestellt.

Wer bei einer dunkelhäutigen Kantinenkraft einen "Negerkuss" bestellt, will wahrscheinlich bewusst provozieren.
Wer bei einer dunkelhäutigen Kantinenkraft einen „Negerkuss“ bestellt, will wahrscheinlich bewusst provozieren.

 

Thomas Cook schickte dem Mitarbeiter daraufhin eine fristlose Kündigung. Die wollte der Manager nicht hinnehmen und zog vors Arbeitsgericht Frankfurt. Mit Erfolg: Er habe mehr als zehn Jahre in dem Konzern gearbeitet und dabei habe es nie Beanstandungen gegeben, stellte das Gericht fest. Deshalb könne man ihn nicht einfach rauswerfen. Ohne eine vorherige Abmahnung sei weder eine außerordentliche noch eine ordentliche Kündigung möglich. (Az.: 15 Ca 1744/16)

Thomas Cook kann gegen das Urteil in Berufung gehen. Noch ist nicht sicher, ob es dazu kommt. Ein Sprecher des Unternehmens sagte, vor weiteren Schritten wolle man erst die schriftliche Urteilsbegründung abwarten. Als multikulturelles Unternehmen setze sich Thomas Cook gegen jede Form der Diskriminierung ein. Bei einem einmaligen sprachlichen Ausrutscher wäre die Reaktion womöglich auch nicht so heftig ausgefallen. Doch dem Konzernsprecher zufolge ist der betreffende Mitarbeiter kein unbeschriebenes Blatt. Es habe sich um keinen einmaligen Vorfall gehandelt, vielmehr habe der Manager die Kantinenmitarbeiterin bereits über einen längeren Zeitraum provoziert – nur bis dato eben ohne Konsequenzen.

Quelle: n-tv

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