Kaufempfehlung: Carinthia Observer

Zum zweiten Mal ist es nun Zeit für ein empfehlenswertes Produkt. Beim ersten Beitrag dieser Art hab ich es schon erklärt, doch kann es nicht schaden, es hier zu wiederholen: Für diese Empfehlung erhalte ich weder Geld noch irgendeine Vergünstigung. Es ist nichts weiter als: „So etwas gehört mir, ich habe es ausgiebig getestet und für so gut befunden, dass ich es allen Interessenten nur wärmstens empfehlen kann.“

Wer ist Carinthia?

Carinthia ist eine österreichische Marke der Goldeck Textil GmbH mit Sitz in Seeboden, Kärnten. Diese Firma ist bekannt für ihre erstklassige Qualität bei der Verarbeitung von Textilien; Carinthia ist der militärische Arm dieser Firma (deshalb noch ein gutes Stück besser) und exportiert weltweit hauptsächlich Militärjacken, Hosen und Zelte an Armeen aller Herren Länder.

Produkte von Carinthia sind zwar sehr teuer, bieten dafür aber unübertroffene Qualität, Robustheit und Langlebigkeit. Sie widerstehen den härtesten Bedingungen militärischer Kampfeinsätze in allen Klimazonen dieser Erde.

Ein Top-Produkt der Militärausrüstung ist der Carinthia Observer:

Der Observer ist kein wirkliches Zelt, sondern eher ein sehr geräumiger Biwaksack, der für Scharfschützen entwickelt wurde.
Wozu also sollte sich ein „Normalsterblicher“ ein solches teueres Ding zulegen?
Zuerst zu den selbstverständlichen Gründen:

  • Kompaktes Packmaß
  • Geringes Gewicht
  • Passt in jeden Rucksack
  • Bietet Schutz vor Wind & Wetter

Womit wir beim Stichwort Wind & Wetter auch schon bei der ersten Besonderheit des Observers angelagt sind: Ober- und Unterseite des Biwaks sind aus atmungsaktivem Goretex gefertigt, der einer Wassersäule von über 10.000 Milimetern widersteht!
Für alle, die mit dem Begriff „Wassersäule“ nichts anfangen können:  dieser Wert besagt, wieviel Wasser auf der Zeltoberfläche stehen kann, bevor es ins Zeltinnere vordringen kann. Eine Wassersäule von 1.000 mm besagt zum Beispiel, dass auf einer Fläche von 10×10 mm eine Wassersäule von einem Meter (1.000 mm) stehen kann, ohne, dass es durchtropft.
Herkömmliche Zelte weisen eine Wassersäule von etwa 1.500 bis 3.000 Milimeter auf; ab etwa 3.000 mm wird von „wasserdicht“ gesprochen, doch ist diese „Wasserdichtheit“ nur von begrenzter Dauer, wie sicher schon einige von euch nach stundenlangem Dauerregen aufs Zelt feststellen mussten.
Eine Wassersäule von 10 Metern IST allerdings tatsächlich dicht 😄
Das gilt für den Boden des Observers ebenso wie für den Stoff, unter dem man es sich gemütlich macht.

Natürlich wäre auch ein Plastiksack wasserdicht, doch im Gegensatz dazu ist die Goretex-Membrane des Observer atmungsaktiv – sosehr atmungsaktiv, dass der Hersteller getrost behaupten kann, dass auch nach völligem Verschließen sämtlicher Öffnungen genügend Luftaustausch stattfindet, um in diesem Biwak sicher schlafen zu können – was speziell in sehr kalten Winternächten ein großer Vorteil ist.
Da wir gerade beim Thema „Öffnungen“ sind: welche Öffnungen hat der Observer?

Der Einstieg. Dahinter sieht man das Fenster mit Moskitonetz.

Einstieg: ist L-förmig und besteht aus zwei sehr robusten Reißverschlüssen – einer in Quer-, der andere in Längsrichtung.

Die Sturmklappe mit Carinthia-Logo über dem Einstieg.

Beide Reißverschlüsse verfügen außerdem über Sturmklappen, die durch Druckknöpfe fixiert werden können. Diese Sturmklappen sind überstehende Stoffbahnen, die wie ein Dach die Reißverschlüsse abdecken, damit auch dort kein Regen eindringen kann.

Belüftung: Am querlaufenden Reißverschluss ist auch ein Moskitonetz eingearbeitet, das in der warmen Jahreszeit für reichlich Frischluft und für Schutz vor lästigen Insekten sorgt.

Das Fenster: befindet sich am Kopfende des Biwaks. Der Halbkreis, der sich aus Zeltboden und Kuppel bildet, lässt sich komplett öffnen und bietet einen tollen Ausblick für Naturbeobachter (oder, weniger harmlos, für Gefechtsfeld-Beobachter und Scharfschützen). Für dieses Fenster (das zur Not auch als Ein- und Ausstieg verwendet werden kann) gibt es mehrere Zustände:

  • völlig geschlossen
  • Kleiner Beobachtungsmodus (ein Reißverschluss in der Mitte der äusseren Abdeckung lässt sich weit genug öffnen, um einem Spektiv oder Zielfernrohr Platz zu bieten)
  • Belüftung (äussere Abdeckung offen, Moskitonetz geschlossen)
  • Großer Beobachtungsmodus (alle Abdeckungen offen)
kleiner Beobachtungsmodus

 

großer Beobachtungsmodus: gut erkennbar das Moskitonetz. Natürlich lässt sich das alles einrollen oder einklappen, um gut getarnt zu bleiben.

Dieser Biwaksack ist hervorragend verarbeitet worden und hat viele Ausstattungsmerkmale, die dem Nutzer erst nach einer Weile positiv auffallen.

So hat z.B. Das schwarz eloxierte Alu-Gestänge auch auf der Innenseite abgerundete Kanten, um die im Inneren verlaufende, elastische Zugschnur nicht zu beschädigen. Auch sind die Enden dieser zusammenklappbaren Stangen eingekerbt, damit sie nicht aus den Ösen rutschen können.
Der Observer hat sechs Laschen (vier am Kopfende, zwei am Fußende), die den Biwaksack in Position halten. Leider sind beim Kauf des Observers keine Heringe dabei, was bei dem stolzen Preis seltsam anmutet.

Zu meinen Erfahrungen mit dem Observer:

  • In der warmen Jahreszeit kann man im Observer ohne Weiteres auch ohne Schlafsack übernachten; bei nächtlichen Außentemperaturen von 12 Grad war es selbst im Sommerschlafsack in Unterwäsche zu warm.
  • Nutzt man den Observer bei heißem Wetter, wird der Aufenthalt erst erträglich, wenn man die Belüftung und das Fenster öffnet.
  • Der Boden des Observers ist zwar wasserdicht, isoliert aber – so, wie jedes Zelt oder Biwaksack – nur minimal gegen einen kalten Untergrund. Auch wegen der Bequemlichkeit sollte man nicht auf eine Unterlage verzichten. Ich habe mir eine Mammut-Matte zugelegt, die auch in Eis und Schnee gut isoliert. Der Observer hat eigene Laschen auf seiner Unterseite, um darin eine Isomatte zu fixieren. Das spart Platz im Innenraum, der sonst um die Mattenhöhe verringert werden würde.
  • Der Observer ist besonders für Leute empfehlenswert, die Touren abseits ausgetretener Pfade unternehmen und deren Rucksackvolumen begrenzt ist. Aber auch für Unternehmungen in der Nähe von besiedeltem Gebiet eignet er sich dank seiner flachen und unregelmäßigen Silhouette hervorragend, um unbemerkt nächtigen zu können, solange man nicht zu laut schnarcht 😆
  • Der Observer ist sehr einfach zu tarnen: einfach langes Gras, Laub und Zweige darauflegen – schon ist er verschwunden! Vor Ungeziefer braucht man sich dennoch nicht zu fürchten, da die Moskitonetze dicht halten.
  • wenn der Rucksack nicht sehr groß ist, passt er des Nachts mit in den Observer.
  • Besonders im Winter zeigt der Observer, was er kann. Ich nächtigte bei sehr erfrischenden -19º C In Eis und Schnee. Als Unterlage diente die o.a. Isomatte, der Schlafsack war ein Carinthia Survival One Mumienschlafsack. Es war immer mollig warm, einmal musste ich den Reißverschluss des Schafsacks etwas öffnen, damit es nicht zu warm wurde. Der Biwaksack war übrigens komplett verschlossen. Am nächsten Morgen stellte ich fest, dass sich außen eine Schicht aus feinen Eiskristallen gebildet hat: die Feuchtigkeit diffundierte also durch das Goretex hindurch und gefror erst im Freien; der Taupunkt lag somit ausserhalb des Schlafsacks!

Was mir negativ auffiel:

  • Der Observer hat keine Taschen oder Ablagefächer im Inneren.
  • Im Lieferumfang sind keine Heringe enthalten.
  • Regnet es und man ist noch im Freien, nimmt man natürlich die Feuchtigkeit mit in den Observer.
  • Wasser kann dann eindringen, wenn der seitliche Reißverschluss im Wasser zu liegen kommt. Befindet man sich im Observer, ist das kein Problem, da die Stoffbahn, auf der der Reißverschluss aufgenäht ist, sich ohnehin vom Boden hebt. Ist man außerhalb, kann man sich behelfen, indem man Gepäck im Inneren belässt odet mit einer Schnur die Oberseite z.B. an einem überhängenden Zweig straff zieht. Persönlich habe ich dieses Problem nie erlebt, doch berichtete ein Rezensent auf Amazon davon.

Der Observer ist übrigens mit einer „Best Defence“ Beschichtung ausgestattet, die die Wärmeabstrahlung des Observers deutlich verringert, wodurch er mit Infrarot-Geräten schwer zu orten ist. Wer’s braucht, hat was davon😉

Fazit:

Der Carinthia Observer ist ein robuster, langlebiger, alltagstauglicher Biwaksack und Einmann-Zelt, der überall zu jeder Zeit rasch einsatzbereit ist. Besonders für ernsthafte Prepper ist er sehr empfehlenswert!

Alle Bilder stammen aus dem Internet und werden als public domain angenommen.

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