Die beste Waffe gegen Gutmenschen: Gelächter!

Caritas-Kritik an rassistischem Flüchtlingssketch

red, ORF.at/Agenturen10.02.2018

Ein Flüchtlingssketch, der bei den Faschingsaufführungen der Klagenfurter „Stadtrichter“ gezeigt worden ist, sorgt für heftige Kritik der Caritas. Wie Generalsekretär Klaus Schwertner auf APA-Anfrage sagte, prüfe man rechtliche Schritte wegen einer Passage um geschenkte Handys. Auch der Rest der Einlage stößt Schwertner auf: „Hier wurde eine Grenze überschritten.“

Tatsächlich lassen die „Stadtrichter“ in dem rund zehnminütigen Sketch kaum ein Vorurteil aus. In einer „Integrationsklasse“ treffen „Schüler“ verschiedener Länder aufeinander. Der einzige „Österreicher“ wird im Namen der Toleranz ständig benachteiligt, während die „Ausländerkinder“ für kaum erbrachte Leistungen gute Noten bekommen.

Witze über Flucht

Besonders lautes Gelächter ist auf dem Tonmitschnitt einer Aufführung zu hören, als ein „indischer Schüler“ seine Fluchtroute beschreibt: „Erst mit dem Tiger, dann Elefant, dann Boot, dann Zug, und in Österreich mit der Limousine.“ Als der „Österreicher“ in dem Sketch aufgefordert wird, seine „Mitschüler“ doch mit ins Boot zu holen, stößt einer von ihnen panisch „Nein, nein, nix mehr Boot, nix mehr Gummiboot!“ hervor.

Auch tritt ein „ausländischer Hausmeister“ auf, der gleich verkündet, nicht arbeiten zu wollen, denn das würden ja die Frauen erledigen. Und ausführlich diskutiert wird auch über ein topmodernes Smartphone, das „neue iPhone 20“: „Hat Abdullah von Caritas. Nix gute Qualität, aber Abdullah ist gut Mann.“

„Vorurteil und Lüge auf satirische Weise verstärkt“

Für Schwertner hat nicht nur dieser Teil das Fass zum Überlaufen gebracht: „Wir haben es schon mehrmals zur Anzeige gebracht, wenn jemand das Gerücht verbreitet hat, dass die Caritas teure Handys an Flüchtlinge verschenken oder ihnen iPhones finanzieren würde.“ Den Fasching sieht er grundsätzlich positiv, und auch künstlerische Freiheit sei wichtig: „Rassismus und Diskriminierung sind aber klar abzulehnen.“

Und rassistisch ist das Stück der „Stadtrichter“ für Schwertner ohne Frage: „Jedes Vorurteil, jede Lüge wird noch einmal auf satirische Weise verstärkt.“ Er stelle es sich zwar schwierig vor, gegen einen Faschingssketch rechtliche Schritte zu ergreifen: „Aber auch das prüfen wir.“

„Spiel mit Stereotypen gehört zum Fasching“

Seit der Vorpremiere am 11. Jänner hatten die „Stadtrichter“ ihr Programm elfmal aufgeführt, gestern Abend fand die letzte Vorstellung statt. „Stadtrichter“-Sprecher Siegfried Torta verwehrte sich dagegen, „ins rechte Eck“ gestellt zu werden.

„Wir haben immer wieder Nummern, die polarisieren. Sollten wir übers Ziel hinausgeschossen sein, dann tut uns das leid“, so Torta weiter. Das Spiel mit Stereotypen gehöre zum Fasching dazu, man schieße im Programm „auch ähnlich scharf gegen die Liederbuch-Affäre“. Die Überzeichnung zeige sich etwa auch daran, dass es das iPhone 20 „ja noch nicht einmal gibt“.

Ein Gedanke zu “Die beste Waffe gegen Gutmenschen: Gelächter!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s