homo homini lupus est

Kein  Kulturvolk der Menschheitsgeschichte hatte eine klarere und prägnantere Ausdrucksweise als die Menschen des antiken Roms.
Auch die trefflichsten Redenschreiber und Poeten der Moderne stammeln und stümpern im Vergleich zur Elite der alten Lateiner.
Der Philosoph Thomas Hobbes (1588 bis 1679) interpretiert den lateinischen Spruch homo homini lupus (est) so:
„Der Mensch ist der gefährichste Feind des Menschen“
Warum aber nahmen die Römer den Wolf als Sinnbild des Feindes? Sie hätten auch die Bezeichnung hostium verwenden können. Hostium = Feind
Lupus = Wolf
Mit einem Feind kann man verhandeln, ihn vielleicht zur Einsicht bringen oder Abkommen schließen.
Mit einem Wolf kann man nicht diskutieren, kann man keine Vereinbarungen treffen, kann man nicht friedlich koexistieren.
Jeden, der dies versuchen würde, könnte man mit Fug und Recht als völlig irre bezeichnen.

„Wir brauchen die Koexistenz von Mensch und Wolf“
Wer hat das gesagt?
Eine tragische, irre Person aus einer Fabel?
Diese Person ist real. Sie lebt und atmet. In Brüssel:

Ein arroganter Apparatschik und wahrer Wolf: EU-Umweltkommissar Karmenu Vella

Der österreichische Rotfunk weiß heute zu vermelden:

EU-Kommission will Wolf nicht zum Abschuss freigeben

Die EU-Kommission will die stark wachsende Population der Wölfe trotz der steigenden Attacken auf Schafherden und andere Nutztiere nicht zum Abschuss freigeben. Eine Änderung des besonderen Schutzstatus für Wölfe sei nicht geplant, sagte EU-Umweltkommissar Karmenu Vella gestern Nachmittag bei einer Veranstaltung im Europäischen Parlament in Brüssel.

„Brauchen Koexistenz von Mensch und Wolf“

„Es geht um die Wahrung des Naturerbes. Wir brauchen die Koexistenz von Mensch und Wolf“, sagte Vella. Nutztierzüchter aus ganz Europa klagten in Brüssel über zunehmende Verluste in ihren Herden und forderten mehr Handhabe gegen die Großraubtiere – bis hin zum Abschuss. „Die Koexistenz funktioniert nicht“, meinte etwa einer der Schafzüchter.

Frankreich, Spanien, Italien und auch Österreich meldeten in den vergangenen Monaten einen Anstieg von Tierrissen durch Wölfe. In Österreich waren vor allem Tirol, Teile Oberösterreichs und Salzburg mit Wölfen konfrontiert.

Europaweit zwischen 10.000 und 20.000 Wölfe

Der Wolf wurde in Mittel- und Westeuropa Mitte des 19. Jahrhunderts ausgerottet, im Osten und Süden des Kontinents überlebten die Tiere. In den vergangenen 20 Jahren kehrten die Wölfe in die früher von ihnen besiedelten Gegenden Europas zurück.

In Österreich gibt es seit einigen Jahren einzelne Wolfssichtungen. Insgesamt dürften in Europa zwischen 10.000 und 20.000 Wölfe leben, genaue Zahlen gibt es nicht. Wölfe sind international streng geschützt. Die entsprechenden Regeln finden sich völkerrechtlich in der Berner Konvention und EU-rechtlich in der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie.

Umweltkommissar Vella warnte vor einer „Schwarz-Weiß-Debatte“ und empfahl Mitgliedsländern und Tierhaltern effizientere Schutzmaßnahmen: Elektrozäune, modernes Weidenmanagement, Schulungen für Landwirte und, wenn alles nichts hilft, finanzielle Kompensation beim Verlust von Nutztieren.

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