Außergewöhnlich, bei Allah!

In Schwanenstadt, einer verschlafenen Kleinstadt im oberösterreichischen Alpenvorland spielt sich zur Zeit eine Provinzposse ab.

Ein schwarzer Kater hat sich den katholischen Friedhof zur Heimstatt erkoren.
Solange er um die Gräber und die Beine der Trauernden strich, war dieses Tier kein Thema.
Dann abet traten tierliebe Menschen auf den Plan, richteten dem Kater einen behagliches Platz und stellten Futter dazu…

… was natürlich die örtliche Pfarrei auf den Plan rief, da auf dem Friedhof Tiere selbstverständlich nicht erwünscht sind. Etwas polternd verlangte der Pfarrer auf einem Aushang, der eigens direkt über dem Katzenkorb angebracht wurde, dass ebendieses Katzenbett samt Katze binnen zweier Tage zu entfernen wäre, andernfalls die „römisch-katholische Kirche“ (womöglich mithilfe keulenschwingender Kurienkardinäle)  sich für deren Entfernung kümmern würde.

Es kam, wie es heutzutage kommen musste:
Höchste Empörung in der Form einer gutmenschlichen Tierschützerin machte sich breit!

Die Ritterin für Tierrechte, die hochlöbliche Doris Nicole Eder, ihres Zeichens Obfrau des Vereines „Tierengel“, der insgesamt fünf Mitglieder zu verzeichnen hat, ist eine Ein-Männin-Armee.
Beinahe schon eine NGO.
Zumindest dürfte die Dame gute Kontakte zu österreichischen Medien haben, denn die „Kronenzeitung“, eines der schillerndsten Tiere im österreichischen Medienzoo, hyperventilierte:

Was hier fehlt, ist die Erwähnung eines empörten Aufschreis aus gänzlich unerwarteter Richtung: auch Muslime fanden es offenbar ganz witzig, dem Pfarrer Helmut Part Saures zu geben, obgleich er, besoffen von christlicher Nächstenliebe (eigentlich ist es Fernstenliebe), nur Süßes den Goldstücken gab:

Die Sprenggläubigen machten Hochwürden (der übrigens die o.a. Christmette als den schönsten Tag seines Lebens bezeichnete) auf eine Geschichte aufmerksam, als der Prophet Mohammed einst mit seinem Gefolge in der Ferne irgendwelche Tiere erblickte – und um sie einen großen Bogen machte, um sie nicht zu verschrecken.
Da staunten sie, seine Anhänger…
… Mohammed, der Tierfreund…
Ich vermute, dass sie zeitgleich auch ein Kamel kotzen sahen, aber im Koran ist dergleichen nicht vermerkt.
Vermerkt ist aber seine Rücksichtnahme gegenüber den Tieren. Das fanden seine Habschis derart außergewöhnlich, dass Mohammeds Nichthandeln, sein Nichtmetzeln, sein Nichtdraufhauen in deren heilige Schriften aufgenommen wurde! Außergewöhnlich, bei Allah!

Der Pfarrer ruderte also zurück und entschuldigte sich tatsächlich für seine Wortwahl. Natürlich half ihm seine Entschuldigung nichts (wann hilft es denn, sich bei Gut- und Bessermenschen zu entschuldigen?) – er hat trotz seines Jaulens mittlerweile einen zumindest zweifelhaften Ruf – auch bei linken Tierschützern.

Alles für die Katz‘, möchte man meinen – wäre da nicht ein hervorragendes Specimen von einem guten (und, er erweckt den Eindruck, auch sehr kinderlieben) Pfarrer aus Linz, der die „Schwanenstädter Friedhofskatze“ mittlerweile wohl bei sich aufgenommen haben wird!

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2 Gedanken zu “Außergewöhnlich, bei Allah!

  1. hahaha….an derartigen Kleinkariertheiten sieht man immer am besten, wie es um unsere Gesellschaft steht. Wunderbar in wörtliche Szene gesetzt. Ein absoluter Rundumschlag. Es fehlt nur die Klimaerwärmung, aber die kann man sich hinzudenken bei der Refugees Welcome Stimmung, die für warmes Klima in den Kirchen sorgt, so daß sie sich fürhin die Heizung ihrer Gemäuer sparen kann.

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