Die Lichter gehen aus und niemand scheint es zu merken

Es gibt einige Vergleiche, die die Vorgänge in der freien, westlichen Wertegemeinschaft™ umschreiben.

Der Frosch im Wassertopf auf dem Herd wird gerne als Sinnbild verwendet; andere sprechen von Salamitaktik, wenn sie die politische Großwetterlage und das zielgerichtete Handeln der sogenannten Eliten beschreiben.

Mein eben in den Sinn gekommener Vergleich ist ein Ballsaal.

Im Saal herrscht Partylaune. Gläser klingen, Sektkorken knallen, fröhliches Gelächter durchbricht immer wieder das weiße Rauschen der vielen Stimmen im Saal, aus einer Ecke dringt unaufdringliche, fröhliche Musik aus einem Lautsprecher. Alle scheinen guter Dinge zu sein, keiner will die Party stören.

Bis auf den Haustechniker.
Mit unglaublicher Geduld dreht er immer wieder kaum merklich an der Steuerung der Saalbeleuchtung. So wandelt sich über die Stunden die Festbeleuchtung zu einer Art schummrigen Zwielichts.

Die Gäste am Parkett merken es kaum und die Wenigen, denen die hereinbrechende Dunkelheit auffällt, werden entweder mit dem Hinweis beruhigt, dass es doch jetzt so viel gemütlicher geworden sei – oder sie werden mit der Bemerkung, dass sie sich das nur einbilden, ignoriert.

Das Gros der Gäste wird erst unruhig, als sie sich außerstande sehen, ihr Gegenüber noch deutlich zu erkennen.
Doch da ist es bereits zu spät, der Haustechniker schaltet die Beleuchtung endgültig ab, die Party ist vorbei und der Ausgang nur schwer zu finden.

In Europa gehen seit Jahren mehr und mehr die Lichter aus und kaum jemand scheint wirklich Notiz davon zu nehmen.

Ich bin froh, mein kleines Blog zu haben. Notwende ist wie ein Therapeutikum für mich, um mir die Last vom Herzen zu schreiben, um die Dunkelheit, die mich manchmal umfängt, zu lichten, um auf Kurs zu bleiben, wenn Orientierungslosigkeit um sich greift.
Vielleicht ist es heute sogar von Vorteil, dass dieses Blog noch klein und recht unbekannt ist.
So kann ich vielleicht doch noch einen Spenden-Button einrichten, ohne das Risiko einzugehen, Besuch von einer Sondereinheit der Polizei zu bekommen, die mir die Wohnung auf den Kopf stellt, meinen Computer und mein Mobiltelefon beschlagnahmt, während ein engagierter Staatsanwalt seine Anklage vorbereitet, in der mir vorgeworfen wird, ich wäre Mitglied in einer terroristischen Vereinigung, weil ein mir völlig Unbekannter einen Geldbetrag überwies und sich später herausstellte, dass dieser Unbekannte zum Terroristen mutierte!

Genauso ergeht es jetzt Martin Sellner, dem Aushängeschild der Identitären Bewegung Österreich.

Angeblich war der Attentäter von Christchurch, Brenton Tarrant, während seiner Europareise auch in Österreich, und angeblich hatte er einen höheren Geldbetrag an Martin Sellner (den jedermann mit einer Spende unterstützen kann) überwiesen.

Diese Überweisung ist Grund genug für den Staatsanwalt, Ermittlungen aufzunehmen, ist Grund genug für die österreichische Regierung, „die Auflösung der Identitären Bewegung Österreich zu prüfen“!

Hier die gewohnt tendenziöse Berichterstattung des orf, wie sie heute auf seinem Internetauftritt erscheint:

Regierung prüft Auflösung der rechtsextremen Identitären

Nach dem Bekanntwerden einer Spende des Neuseeland-Attentäters an die rechtsextremen Identitären prüft die Bundesregierung nun die Auflösung der Organisation. Das kündigte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) heute nach dem Ministerrat an. Es gebe „keine Toleranz für gefährliche Ideologien, ganz gleich, aus welcher Ecke sie kommen“.

Man könne eine finanzielle Unterstützung und somit Verbindung des neuseeländischen Attentäters mit den Identitären bestätigen, sagte Kurz. Egal welche Art von Extremismus, „so was darf keinen Platz in unserem Land und in unserer Gesellschaft haben“, und so etwas dürfe „niemals toleriert werden“.

Man werde mit der „vollen Härte des Gesetzes“ gegen derartiges Gedankengut vorgehen. Es brauche Aufklärung, ob es hier „Machenschaften im Hintergrund“ gegeben habe. Auch Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) kündigte schonungslose Aufklärung an.


Martin Sellner dazu:

Hinzuzufügen wäre noch, dass ich unlängst eine zusätzliche Email-Adresse zur Zahlung und zum Geldempfang auf PayPal einrichtete. Das ging völlig problemlos. Hätte ich gewollt, hätte ich auch Brenton Tarrants Namen dafür nehmen können.

Also, verehrte Systemlinge:

Denkt euch irgendeine (funktionierende) Email-Adresse aus, in der der Name „Tarrant“ vorkommt, registriert sie auf PayPal und spendet damit an euch unliebsame Personen oder Vereinigungen…

3 Antworten auf “Die Lichter gehen aus und niemand scheint es zu merken”

  1. Das Fatale ist, dass sich die Geschichte reimt. Während mich kurz vor Mitternacht ein Traum von der Verhaftung Unschuldiger in den vierziger Jahren weckte, hat man vor einigen Tagen Herrn Sellner einen Computer und ein Mobiltelefon gestohlen, um seinen Ruf zu zerstören.

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  2. Vielleicht eine Spende an die Altparteien? 1,88 Euro…. to …, love Brenton.
    Aber bevor man die IB verbietet, wäre eine Zeugenvernehmung eines Australiers namens Brenton, der immerhin noch lebt und auch nicht erst aufwendig gesucht und gefunden werden muß, völlig im gesetzlichen Anforderungsbereich. Man frage IHN, was er sich gedacht hat und ob er jemanden aus der IB kennt. Und wie hat bereits andernorts ein Kommentator geschrieben: Warum wird die Bush-Partei nicht aufgelöst? Die Familie ist busenfreunig mit BinLaden umgegangen. Warum wird die Sarkozy Partei nicht verboten? Der war doch herzlichst Gaddafi verbunden. Warum lebt „der Vatikan“ noch? „Der“ hat sehr lukrative Verträge mit A.H. geschlossen und ihm gerne die Hand geschüttelt. Oder mit wem Merkel schon alles zusammenkam…

    Gefällt 1 Person

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