brd: kollektives Irresein


Wer heute noch meint, mahnend den Finger erheben zu müssen, um bedeutungsvoll „Wehret den Anfängen!“ zu psalmodieren, ist bereits von der Zeit bestraft worden.
Der Mahner wurde bereits vor Jahren – ohne, dass es ihm aufgefallen wäre – links überholt.

Es sind nicht durchtriebene, rassistische Rechtsextreme, die einem Führer zum Sieg verhelfen wollen, vor denen gemahnt hätte werden müssen – es waren die Roten Garden der politischen Korrektheit, die dieses Land bereits vor Jahren in einen ideologischen Sumpf stießen, der mittlerweile beinahe alles umschließt, fast jeden Aspekt des Alltags in seinem Würgegriff hält und vor dem zu warnen es viel zu spät ist.

Es ist der Sumpf einer Einheitsbrei-Ideologie, der jeglichen vernünftigen Dissens verhindert und somit einen gesunden Konsens verunmöglicht, da er nicht auf einer freien Entscheidung, sondern auf Zwang und Unterwerfung beruht.


Spreewälder Hirsemühle: Biomärkte schmeißen AfD-Müsli aus den Regalen

„Spreewälder Hirsemühle“ fliegt Nach heftigem Klima-Streit: Biomärkte listen Müsli von AfD-Unternehmer aus

04.10.2019 | 07:38

Der Biokonzern Alnatura hat Produkte der Firma „Spreewälder Hirsemühle“ aus seinen Regalen verbannt. Zuvor hatte die Leipziger Ökokette Bio Mare darauf hingewiesen, dass der Geschäftsführer des Ökobetriebs aus der Lausitz Mitglied der AfD ist und ihn ebenfalls ausgelistet.

„Wir sind als Biofachhandel die Adresse, wo Kunden erwarten, dass wir nachhaltige Lebensmittel anbieten und eine Sortierung nach nachhaltigen Kriterien erstellen“, erklärte der Leipziger Malte Reupert, Inhaber von Bio Mare, den Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ („RND“).

Da der Geschäftsführer der Mühle, Jan Plessow, Mitglied einer Partei sei, die den menschengemachten Klimawandel leugne, stelle sich Plessow gegen die Werte des Biomarkts und der ganzen Branche. Deshalb gebe es in seinen eigenen Regalen keinen Platz mehr für die Spreewälder Hirsemühle, wie Reupert den Kunden in einem Aushang erklärt – dort, wo früher die Ware von der Hirsemühle stand.

Auch Bio Company listet Lausitzer Hirsemühle aus

Auch auf der Homepage von Bio Mare ist diese Erklärung zu lesen. Alle Lagerbestände von Produkten der Hirsemühle habe Bio Mare inzwischen verkauft, ein anderer Lieferant habe den Platz der Hirsemühle eingenommen, erklärte Reupert weiter. Demnach hätten die Kunden Verständnis gezeigt und die Auslistung befürwortet. Auch die Berliner Biomarktkette Bio Company habe den Lieferanten gewechselt, so der Bericht weiter.

Allerdings hatte Bio Mare dem Mühlen-Mann von der AfD vor der Auslistung Gelegenheit gegeben, zu den Bedenken der Leipziger Stellung zu nehmen, ehe er dessen Marke aus seinem Sortiment nahm. So hatte Reupert Plessow, der in seinem Kreis als Parteivorstand tätig ist, angeschrieben und ihn mit seinem Anliegen konfrontiert.

„Weitere Zusammenarbeit unmöglich“

Auf der Webseite von Bio Mare ist der gesamte Schriftwechsel nachzulesen. Demnach äußerte Reupert hier dieselben Zweifel wie gegenüber seinen Kunden: Durch die Mitgliedschaft in der AfD mache sich der Chef der Hirsemühle mit den Grundsätzen der Partei gemein und als ökologischer Unternehmer zugleich „höchst unglaubwürdig“, so die klare Ansage. Eine „weitere Zusammenarbeit“ sei deshalb „unmöglich“.

Dennoch ließ Reupert seinem Geschäftspartner eine Chance, die Dinge gerade zu biegen. „Wir hoffen, dass unsere klare Positionierung ein Denkanstoß sein kann. Für einen konstruktiven Dialog stehen wir zur Verfügung“, schloss er sein Schreiben ab.

„Ein Fall für den den Verfassungsschutz“

Tatsächlich kam es anschließend zum Gedankenaustausch. Von einem konstruktiven Dialog kann dabei allerdings nicht die Rede sein. Stattdessen reagierte der AfD-Geschäftsmann mit Unterstellungen: Reupert mangele es an „demokratisch-freiheitlichem Verstand“, er sei „geschichtsvergessen“ und habe eine „offensichtlich linksradikale persönliche Einstellung“, schreibt Plessow. Womöglich sei Reupert sogar „Westdeutscher“, sein Schreiben jedenfalls „ein Fall für den öffentlichen Pranger und/oder den Verfassungsschutz“.

Auch die Stadt Leipzig bekommt ihr Fett weg: „Leipzig, immer wieder Leipzig, immer wieder kommen von hier extrem antidemokratische und freiheitsfeindliche Initiativen“, schreibt Mühlen-Mann Plessow. „Was ist bloß los mit der Heldenstadt, die 1989 den entscheidenden Impuls für die Wende in der DDR gab.“

Bio-Mann Plessow verhöhnt Engagement für das Weltklima

Sich selbst bezeichnet Plessow als „unbescholtenen Bürger“. Reupert habe ihm „in Stasi-Manier“ nachspioniert und „in orwellscher Art und Weise die persönlichen Einstellungen und gesellschaftspolitischen Ansichten“ des Geschäftspartners kontrolliert.

Nach einer Seite persönlicher Vorwürfe und Anschuldigungen nimmt Plessow Stellung zu Reuperts „Vorwürfen“ gegenüber der AfD: „Glauben sie wirklich wir können das Weltklima mit Solaranlagen, Windkraftanlagen, ein paar Batterien in der Landschaft, Unverpacktläden, Papiertüten und völlig unpraktischen Elektroautos auf nationaler Basis in Deutschland retten?“, schreibt der Bio-Unternehmer wortwörtlich. „Sie sind niedlich. Das ist Spinnerei!“

„Früher hieß es: Kauft nicht bei den Juden“

Unterstützung erhielt Plessow später von einem Parteikollegen. Der Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Christian Lüth twitterte ein Foto vom Hinweisschild bei Bio Mare und spottete: „Ökos! Wehrt euch! Kauft nicht bei AfDlern!“ Ein AfD-Anhänger erklärte den anderen Lüths Anspielung: „Früher hieß es: Kauft nicht bei den Juden.“

Prompt entlud sich in den sozialen Netzwerken der Zorn der Parteifreunde: „Merkel hat uns zusammen mit den Grünen wieder die Hitler-Zeit aufleben lassen“, schrieb einer. Lüth wiederum suche derzeit nach Möglichkeiten, wie Plessow finanziell geholfen werden könnte, teilte er dem „RND““ mit. Nun, da die Biomärkte Plessows Produkte nicht mehr verkaufen wollen.

Reupert stellt klar: „Ich bin eingeborener Sachse“

Die Bioszene lässt das kalt. „Ein Unternehmen in unseren Biomärkten, das die Klimakrise leugnet, ist für uns nicht tragbar“, bestätigte Alnatura-Sprecherin Stefanie Neumann gegenüber dem „RND“. Die Klimakrise sei eines der dringendsten Probleme unserer Zeit. Sie zu leugnen habe nichts mehr mit Meinungsäußerung zu tun.

In einem Antwortschreiben an Plessow stellte Reupert später übrigens klar, er sei „eingeborener Sachse und aktiver Teilnehmer der friedlichen Revolution 1989 in Leipzig – allerdings in der Phase vor November `89, wo es wirklich um Freiheit und Demokratie ging und es gefährlich sein konnte, sich kritisch zu Wort zu melden“.

„Wir sehen die aktuelle Empörungswelle sehr gelassen“

Auf dem Facebook-Kanal von „BioMare“ antwortete er zudem auf die Reaktionen, die Lüths Post im Netz hervorgerufen hatte: „Richtig so! Meinungsfreiheit ist keine Einbahnstraße!“, hieß es dort. Andere kündigten an, künftig nicht mehr bei „BioMare“ einzukaufen. „Wir sehen die aktuelle Empörungswelle sehr gelassen“, meint Bio Mare dazu. Es schließlich „nicht das erste Mal, dass uns aufgrund einer klaren Positionierung Anfeindungen entgegenschlagen“.

Quelle: Focus

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