Tötet sie alle! Erwartet und gebt keine Gnade!

Bub ging 23 Kilometer um Hilfe

Zu dem bewaffneten Überfall mit neun Toten auf eine US-Mormonenfamilie in Mexiko werden immer mehr Details bekannt. Eines der überlebenden Kinder ging 23 Kilometer nach Hause zurück, um Hilfe für die anderen Geschwister zu holen.

 

Bei dem Überfall am Montag wurden mindestens neun Menschen getötet – drei Frauen und sechs Kinder. Acht weitere Kinder überlebten, wurden aber alle verletzt. Insgesamt drei Frauen und 14 Kinder der Großfamilie waren in mehreren Wagen in einer gebirgigen Gegend zwischen den nördlichen Bundesstaaten Sonora und Chihuahua unterwegs zum Flughafen, als Unbekannte auf sie schossen. Es könne sich um eine Verwechslung durch Verbrecherbanden handeln, die um die Kontrolle der Region kämpfen, sagte Mexikos Sicherheitsminister Alfonso Durazo.

Nachdem seine Mutter und zwei seiner Brüder erschossen worden waren, hatte der 13-jährige Devin Langford sechs weitere Geschwister in Büschen und unter Ästen versteckt. Er ging dann sechs Stunden lang zurück nach La Mora, wo die Mormonenfamilie lebt, schrieb eine Verwandte laut BBC auf Facebook. Er ging also 23 Kilometer, um Hilfe für die Geschwister zu holen.

Auch neunjährige Schwester machte sich auf den Weg

Nach mehreren Stunden des Wartens machte sich auch die neunjährige Schwester auf den Weg und ließ ihrerseits fünf Geschwister in dem notdürftigen Versteck, um Hilfe zu organisieren. Sie wurde später von Rettungskräften gefunden. Ein sieben Monate altes Baby überlebte den Überfall ebenfalls. Ihrer Mutter war es noch gelungen, den Kindersitz, in dem sich das Baby befand, auf dem Boden des Autos abzustellen. Sie stieg laut Angaben der überlebenden Kindern mit erhobenen Händen aus dem Auto aus, um die Angreifer zu bitten, mit dem Schießen aufzuhören, wurde aber niedergeschossen und getötet. Nach Angaben von Angehörigen sind die überlebenden Kinder – fünf von ihnen wurden ins Spital gebracht – schwer traumatisiert.

Familienmitglieder trauern am Ort des Angriffs

Familienmitglied beschreibt Szenen des Angriffs

Ein Familienmitglied hatte zuvor bereits in einem Telefonat mit der „New York Times“ Details des Angriffs geschildert: Ein Kind sei niedergeschossen worden, als es wegrennen wollte. Andere seien in einem brennenden Auto eingesperrt gewesen. Zwei der Opfer seien nicht einmal ein Jahr alt gewesen.

„Als Mutter fühle ich Wut, Empörung und tiefen Schmerz angesichts der feigen Tat“, schrieb die Gouverneurin von Sonora, Claudia Pavlovich, auf Twitter. „Ich weiß nicht, welche Art von Monstern es wagen, Frauen und Kinder zu verletzen. Als Gouverneurin werde ich alles dafür tun, dass dies nicht ungesühnt bleibt und dass die Täter zur Verantwortung gezogen werden.“

Die Täter feuerten offenbar auf einen Transporter und setzten ihn in Brand

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